Immer öfter begegnet uns der Begriff neurodivergent in den sozialen Medien, in Fachkreisen oder im Alltag. Doch was genau steckt dahinter?
Neurodivergenz beschreibt Vielfalt — keine Krankheit
Der Begriff neurodivergent stammt aus der Neurodiversitätsbewegung. Er beschreibt Menschen, deren Gehirn und Nervensystem anders funktionieren als der «neurotypische» Durchschnitt. Es geht also um eine abweichende, aber nicht defizitäre Art der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und Verhaltens.
Neurodivergenz ist keine Krankheit, sondern eine Form menschlicher Diversität — vergleichbar mit Linkshändigkeit oder unterschiedlichen Temperamenten. Sie zeigt sich in vielen verschiedenen Ausprägungen.
Wer gilt als neurodivergent?
Zu den häufigsten neurodivergenten Ausprägungen zählen unter anderem:
- AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)
- Autismus-Spektrum-Störung (ASS)
- Hochsensitivität / Hochsensibilität
- Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche)
- Dyskalkulie (Rechenschwäche)
Viele Menschen sind sowohl von AD(H)S als auch vom Autismus-Spektrum betroffen. Diese Überschneidung kommt häufiger vor, als lange angenommen wurde. Entsprechend erleben Betroffene oft eine Mischung aus Merkmalen beider Bereiche — etwa eine hohe Reizoffenheit, besondere Wahrnehmungsstärken und gleichzeitig Herausforderungen in Struktur, Regulation oder sozialer Orientierung.
Diese Begriffe sind medizinisch oder psychologisch unterschiedlich definiert und sie lassen sich nicht immer klar voneinander abgrenzen. Viele Betroffene zeigen Merkmale aus mehreren Bereichen. In diesem Zusammenhang wird zunehmend auch der Begriff AuDHD verwendet.
AuDHD beschreibt Menschen, die sowohl Merkmale aus dem Autismus-Spektrum (ASS) als auch aus dem Bereich AD(H)S in sich vereinen. Es handelt sich dabei nicht um eine eigenständige Diagnose, sondern um eine umgangssprachliche Bezeichnung für diese Überschneidung. Für viele Betroffene fühlt sich diese Kombination jedoch sehr stimmig an — besonders dann, wenn sie sich in einzelnen Kategorien nur teilweise wiederfinden.
Insgesamt handelt es sich weniger um feste «Schubladen» als um ein Spektrum mit fliessenden Übergängen.
Feine Antennen und hohe Reizoffenheit
Was viele — aber nicht alle — neurodivergente Menschen verbindet, ist eine besondere Art der Wahrnehmung. Oft sind sie sehr empfänglich für Reize, haben feine Antennen für Stimmungen, Details oder Ungerechtigkeit. Ihr Nervensystem verarbeitet Informationen anders — häufig schneller, intensiver und manchmal auch schneller überreizt als bei neurotypischen Menschen.
Diese Art der Wahrnehmung kann eine grosse Stärke sein. Gleichzeitig kann sie im Alltag herausfordernd werden — besonders dann, wenn das Umfeld wenig Verständnis zeigt oder sich stark an einer vermeintlichen «Norm» orientiert.
Wie viele Menschen sind neurodivergent?
Je nach Quelle gelten etwa 20 bis 30 % der Bevölkerung als neurodivergent. Der restliche Teil — rund 70 bis 80 % — wird als neurotypisch bezeichnet. Das bedeutet: Ihr Nervensystem funktioniert so, wie es gesellschaftlich als «typisch» angesehen wird.
Warum es wichtig ist, über Neurodivergenz zu sprechen
Viele Menschen erfahren erst spät — manchmal erst im Erwachsenenalter —, dass sie neurodivergent sind. Eine späte oder fehlende Einordnung kann zu Selbstzweifeln, Überforderung oder chronischem Stress führen.
Mehr Wissen, Offenheit und Akzeptanz können entlastend wirken. Sie ermöglichen es neurodivergenten Menschen, ihre Stärken besser zu verstehen, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und ihren eigenen Weg zu finden.
Neurodiversität erinnert uns daran, dass nicht alle Menschen gleich ticken. Und genau diese Vielfalt bereichert unsere Welt.
Viele Frauen entdecken ihre Neurodivergenz erst spät — oft im Zusammenhang mit Erschöpfung, Reizüberflutung oder dem Gefühl, «anders» zu sein.
Blogartikel: Wie Achtsamkeit, Natur und Kreativität bei Reizüberflutung helfen
Neurodivergenz & meine Angebote
Alle meine Angebote sind offen für neurodivergente Frauen.
Sie sind achtsam gestaltet, stärken die Selbstwahrnehmung und schaffen Raum für individuelles Erleben — ohne Leistungsdruck und ohne Anpassungszwang.
Ganz besonders richtet sich mein Achtsamkeitstraining in der Natur an feinfühlige und neurodivergente Frauen, die sich nach Ruhe, Verbindung und innerer Klarheit sehnen.
Hier erfährst du mehr: Achtsamkeitskurs für neurodivergente Frauen
Sandra Baumann, Gestaltungs- und Maltherapeutin sowie Achtsamkeitstrainerin in der Natur
Möchtest du Impulse für mehr Ruhe & kreative Verbundenheit?
Ich teile neue Blogartikel, Gedanken aus meiner Praxis, aktuelle Angebote und Inspiration — 1 x pro Monat, ruhig und sorgfältig zusammengestellt.

